Statistik und Deportation
der jüdischen Bevölkerung aus dem Deutschen Reich

Jüdische Bevölkerung in Deutschland


Die Angaben zur Entwicklung der jüdischen Bevölkerung in Deutschland zwischen 1933 und 1945 beruhen auf den detaillierten Statistiken der Reichsvereinigung der Juden in Deutschland, die auf Anordnung des Reichssicherheitshauptamtes (RSHA) angefertigt wurden. Nach der durch das RSHA angeordneten Einstellung der Tätigkeit der Reichsvereinigung im Juni 1943 wurden statistische Angaben nur noch unregelmäßig und im begrenzten Umfang von den für die einzelnen Regionen Deutschlands zuständigen jüdischen Vertrauensmännern nach Berlin übermittelt.



Jüdische Bevölkerung in Berlin


Monatliche Angaben zur Entwicklung der jüdischen Bevölkerung Berlins sind den Statistiken der Reichsvereinigung der Juden in Deutschland entnommen, außer den Angaben zu Selbstmorden von Berliner Juden zwischen 1940 und 1944, die aus den Akten der Berliner Polizei stammen.



Kultusvereinigungen und Bezirksstellen der Reichsvereinigung


Die Reichsvereinigung der Juden in Deutschland hatte auf Anordnung des RSHA seit Juli 1940 monatliche Statistiken zur Bevölkerungszahl der Juden in den Kultusvereinigungen und Bezirksstellen der Reichsvereinigung zu erstellen. Die Statistiken enthalten detaillierte Angaben zur Emigration, zum Sterbeüberschuss sowie zur Deportation von Juden (als Kategorie "Abwanderung"). Die letzte bekannte Aufstellung für den April 1943 ist auf den 6.5.1943 datiert, einen Monat vor der durch das RSHA angeordneten Einstellung der Arbeiten der Reichsvereinigung.



Deportation der Juden aus Deutschland


Neben den vorgenannten Statistiken mit den darin enthaltenen Angaben zur Zahl der deportierten Juden hatte die Reichsvereinigung gesonderte Zusammenstellungen zu den monatlichen Deportationen aus den jeweiligen Gestapobezirken und den sich daraus ergebenen regionalen Bevölkerungsveränderungen zu erstellen. Die in den Berichten des SS-Statistikers Korherr an Himmler zur "Endlösung der Judenfrage in Europa" (siehe hier) gemachten Angaben zur Zahl der deportierten Juden aus Deutschland basierten auf den Statistiken der Reichsvereinigung.



Jüdische Auswanderung aus Deutschland


Seit Februar 1940 wurden von der Gestapo wöchentliche Aufstellungen zur Zahl der Auswanderer aus Deutschland angefordert. Die ab September 1940 zusammen mit den Monatsberichten zur Bevölkerungsentwicklung in den Kultusvereinigungen und Bezirksstellen der Reichsvereinigung erstellten Auswandererstatistiken, die auf Anordnung der Gestapo auch die Deportationen von 1940 in das Generalgouvernement sowie nach Südfrankreich einbezogen, enthielten detaillierte Angaben mit Aufstellung der Zielländer sowie der Alters- und Geschlechtsstruktur der Emigranten.

Statistik der Juden in Deutschland

1933-1945

©TF 2016, mail(at)statistik-des-holocaust.de