Statistik und Deportation
der jüdischen Bevölkerung aus dem Deutschen Reich

Köln nach Litzmannstadt

Abfahrtsdatum: 30.10.41, Deportierte: 1006

Am 31.10.41 wurde im Getto von Litzmannstadt der zweite Transport aus Köln zugleich als "16. Transport" seit Beginn der Deportationen im Oktober 1941 registriert. In der Transportliste aus Litzmannstadt sind 1006 Menschen aufgeführt [USHMM, RG-15.083], während der "Erfahrungsbericht" der Schutzpolizei 1004 Personen nennt [YVA, O6.222]. Bei Durchsicht der Litzmannstädter Liste zeigt sich, dass einige Personen doppelt verzeichnet sind. Korrigiert enthält die Liste die Namen von 990 Menschen.


Abgebildet ist die "16. Transportliste" aus dem Getto Litzmannstadt in einer Kopie des USHMM (RG-15.083, Reel 264). Das Original befindet sich im Archiwum Państwowe w Łodzi (Przełożony Starszeństwa Żydow w Getcie Łódzkim, Nr. 1174).

Auch für die zweite Deportation aus Köln können neben der Eingangsliste aus Litzmannstadt die Zusammenstellungen des Oberfinanzpräsidenten Köln sowie die Karteien des "Sippenforschers" Wülfrath für die Ermittlung der Namen und Zahl der Deportierten herangezogen werden. Die Kartei aus der Sammlung Wülfrath umfasst allerdings lediglich 970 Namen von Deportierten und ist damit unvollständig. Nach diesen Angaben wurden 965 Menschen mit letzter Wohnadresse in Köln deportiert. Zu ihren Familien zurückgeführt wurden außerdem Eva Hausmann aus Neuenahr, Gertrud Herz aus Neuendorf, Irene Veit aus Steckelsdorf sowie die 5 und 8 Jahre alten Kinder Eli und Ruth Weinberg aus Frankfurt/Main [D. Corbach, 6.00 Uhr ab Messe Köln-Deutz, Köln 1999, S. 335-383].


Insgesamt können unter Einbeziehung aller drei Listen 1006 Menschen ermittelt werden, die mit dem zweiten Deportationszug aus Köln nach Litzmannstadt verschleppt wurden. Dabei  nicht berücksichtigt ist Elli Weinberg aus Köln, die zwar in der Kartei von Wülfrath genannt ist, sich aber laut Gedenkbuch des Bundesarchivs seit November 1939 im Konzentrationslager Ravensbrück befand.

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