Statistik und Deportation
der jüdischen Bevölkerung aus dem Deutschen Reich

Deportationen aus Hessen/Hessen-Nassau nach Auschwitz 1943

Abfahrtsdatum: 01.03.43, Herkunft: Frankfurt/Main, Deportierte: 11

Abfahrtsdatum: 19.04.43, Herkunft: Frankfurt/Main, Deportierte: 17

Abfahrtsdatum: 28./29.10.43, Herkunft: Frankfurt/Main, Deportierte: 5

Im Zusammenhang mit der reichsweiten "Fabrikaktion" wurden am 1.3.43 laut Frankfurter Transportliste 11 Juden nach Auschwitz deportiert, davon 9 mit letzter Adresse in Frankfurt/Main und 2 aus Gehlberg in Thüringen. Von Paul Vollweiler aus Frankfurt/Main und Heinz Burkhardt aus Gehlberg sind Häftlingsnummern in Auschwitz bekannt, sie wurden bei der Ankunft am 3.3.43 für den Arbeitseinsatz in Monowitz selektiert. Weitere Transporte gingen aus Frankfurt/Main am 19.4. und 28./29.10. nach Auschwitz. Die Transportlisten der Gestapo für diese drei Transporte sind nachfolgend jeweils in einer Abschrift aus dem Frankfurter Polizeipräsidium abgebildet.


Dazu kam die Deportation von 12 Juden rumänischer und ungarischer Staatsangehörigkeit, die ebenfalls am 28./29.10. aus Frankfurt/Main in die Konzentrationslager Buchenwald (5 Männer) und Ravensbrück (7 Frauen) verschickt wurden. Ihr Abtransport ging auf eine Anordnung des RSHA zur Festnahme von Juden mit ausländischer Staatsangehörigkeit (Italien, Schweiz, Spanien, Portugal, Dänemark, Schweden, Finnland, Ungarn, Rumänien, Türkei) im deutschen Machtbereich zurück, "die nicht mit Ehepartnern deutschen oder artverwandten Blutes verheiratet" waren. Sie sollten "ohne Schutzhaftanträge in das KL. Buchenwald bezw. Ravensbrück abgeschoben werden", siehe hierzu beispielhaft die ITS-Kopie eines Fernschreibens der Gestapo Brünn.

1.3.43

19.4.43

28./29.10.43

Auch für eine Reihe von Berliner Transporten nach Auschwitz lassen sich Deportierte mit letztem Wohnsitz in Hessen-Nassau nachweisen. Hierzu gehören 8 Personen aus Frankfurt/Main (1 am 3.2.43, 1 am 14.10.43, 6 am 20.1.44) sowie jeweils eine Person aus Gelnhausen (am 17.5.43) und Wiesbaden (am 9.3.44). Nachfolgend reproduziert sind die Auszüge aus den Berliner Gestapolisten. Aus Hessen lassen sich dagegen keine Deportationen nach Auschwitz feststellen.

3.2.43

17.5.43

14.10.43

20.1.44

9.3.44

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Gestapo Brünn