Statistik und Deportation
der jüdischen Bevölkerung aus dem Deutschen Reich

35. Osttransport

Abfahrtsdatum: 06.03.43, Deportierte: 662, Deportationsziel: Auschwitz

Mit dem 35. Osttransport wurden laut der Transportliste 657 Juden aus Berlin deportiert, 5 weitere Personen stammten aus Metz in Lothringen. In dem bereits im Zusammenhang mit dem 34. Osttransport erwähnten Fernspruch aus dem Konzentrationslager Auschwitz an das SS-WVHA heißt es weiter: "Transport aus Berlin, Eingang 7.3.43, Gesamtstärke 690 einschliesslich 25 Schutzhäftlingen. Zum Arbeitseinsatz gelangten 153 Männer u. 25 Schutzhäftlinge (Buna) und 65 Frauen. Sonderbehandelt wurden 30 Männer u. 417 Frauen u. Kinder." [N. Blumental (Hrsg.), Dokumenty i materialy, Bd. 1, Obozy, Lodz 1946, S. 110]


Bei den im Schreiben genannten 25 "Schutzhäftlingen" handelte es sich um jüdische Mischehepartner, die im Zusammenhang mit der Fabrikaktion in Berlin festgenommen und mit dem 35. Osttransport nach Auschwitz deportiert worden waren. Sie wurden kurzzeitig auf der Baustelle des Buna-Werks in Monowitz eingesetzt, aber größtenteils bereits am 21.3.43 von dort wieder abgezogen und zusammen mit einer Gruppe von 12 zuvor ebenfalls während der Fabrikaktion nach Auschwitz deportierten Juden in das Arbeitslager Großbeeren bei Berlin gebracht [J. Neander, in: A. Leugers (Hrsg.), Berlin, Rosenstraße 2-4: Protest in der NS-Diktatur, Annweiler 2005, S. 115-143]. Die "Schutzhäftlinge" sind in der Transportliste nicht aufgeführt. Laut Begleitschreiben der Gestapo bezieht sich die Liste auf "diejenigen Juden, deren Vermögen im Rahmen der Abschiebung durch Einziehung dem Reiche angefallen ist." [NARA A3355, Film I Teil II] Dies traf auf jüdische Mischehepartner nicht zu.

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