Statistik und Deportation
der jüdischen Bevölkerung aus dem Deutschen Reich

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VIII. Transport

Abfahrtsdatum: 13.01.42, Deportierte: 1036, Deportationsziel: Riga

Die Gestapoliste des 8. Osttransports von Berlin nach Riga umfasst 1051 Namen, von denen 13 gestrichen wurden. Die Namen von Harry Oschinsky (Nr. 932 und 1049) sowie Herbert Plonski (Nr. 732 und 1047) sind doppelt aufgeführt. Insgesamt sind demnach 1036 Menschen deportiert worden. 994 Deportierte stammten aus Berlin. Dazu kam das Ehepaar Adolf und Mathilde Kaiser aus Duisburg (Nr. 64 und 65 der Transportliste). Die Liste umfasst auch 43 Juden aus Potsdam (Nr. 1-43 der Transportliste), von denen 3 Personen wieder gestrichen wurden. 40 Potsdamer Juden sind demnach zur Deportation gelangt. Die letzte Seite der Transportliste wurde vom ITS Bad Arolsen fälschlicherweise dem Berliner Transport nach Riga vom 25.1.42 zugeordnet.


Adolf Kaiser aus Duisburg hatte während der Olympischen Sommerspiele 1936 in Berlin den amerikanischen Ausnahmesportler Jesse Owens in einem Brief u.a. aufgefordert, "die goldene Olympiamedaille dem Blutmenschen Adolf Hitler vor die Füße zu werfen und ostentativ abzureisen, um diesen Mördern und Barbaren für ihren Hochmutsdünkel eine Lektion zu geben." Er wurde daraufhin von einem Düsseldorfer Sondergericht zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt. Nach der "Kristallnacht" wurde er für weitere 8 Monate im Konzentrationslager Dachau in "Schutzhaft" gehalten und im Oktober 1941 erneut festgenommen, da er sich weigerte, den Judenstern zu tragen [http://www.20-juli-44.de/uploads/tx_redenj2044/pdf/1997_schoeps.pdf].