Statistik und Deportation
der jüdischen Bevölkerung aus dem Deutschen Reich

38. Osttransport

Abfahrtsdatum: 17.05.43, Deportierte: 395, Deportationsziel: Auschwitz

385 der Deportierten des 38. Osttransports hatten eine Berliner Adresse. Dazu kamen noch einige wenige Juden aus verschiedenen Arbeitslagern im Umkreis von Berlin. Je ein Deportierter stammte aus Gelnhausen und Halberstadt und zwei aus Amsterdam. 4 Tage nach Abgang des 38. Osttransports, am 21.5.43, wurde auf Befehl Himmlers durch das RSHA angeordnet, dass bis spätestens 30.6.43 die Juden aus dem Reichsgebiet einschließlich Böhmen und Mähren nach dem Osten bzw. nach Theresienstadt abzubefördern sind. Ausgenommen von dieser Anordnung war lediglich ein eng definierter Personenkreis, insbesondere die in deutsch-jüdischer Mischehe lebende Juden (einschl. jüdische Ehegatten einer nicht mehr bestehenden Mischehe), sowie die von der Organisation Schmelt in Oberschlesien eingesetzten Juden und die Juden aus dem Getto Litzmannstadt, für die gesonderte Absprachen erfolgen sollten.


Weiter heißt es in der als Geheime Reichssache deklarierten Anordnung des RSHA: "Desgleichen sind die bisher noch bei der Reichsvereinigung der Juden in Deutschland bezw. ihren Bezirksstellen oder Kultusvereinigungen beschäftigten Juden gemäß Richtlinien für die Abbeförderung zu erfassen. Damit werden diese Einrichtungen praktisch aufgelöst. An ihre Stelle wird, soweit für die Durchführung behördlicher Anordnungen im Hinblick auf die noch zurückbleibenden Juden erforderlich, eine sogenannte "Vereinigung jüdischer Mischehenpartner" mit dem Sitz in Berlin eingerichtet, deren Personal sich ausschließlich aus zurückbleibenden Mischehenpartnern zusammensetzt." [HStA Düsseldorf, Film A 28/2].


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